911er startet durch - Themenwechsel!
06.10.2009
Jetzt startet der `Neunelfer` durch
Themenwechsel bei der Porsche-Ausstellung
Der `356` geht, der `Neunelfer` kommt! So wie bei Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen Anfang der 1960er Jahre eine neue Ära begann, steht auch in der Ausstellung `Porsche – vom Volkswagen zum Traumwagen` der Modellwechsel an. Ab 16. September widmen wir uns einem weiteren Kapitel in der Geschichte des deutschen Sportwagenherstellers – dem Porsche 911, der als Inbegriff dieser Marke gilt. 1963 auf der IAA in Frankfurt am Main als Nachfolger des `356` vorgestellt, erlebte er in den folgenden Jahrzehnten vielfache Modifikationen. Eine ganze Reihe dieser Evolutionsstufen kann anhand der gut ein Dutzend Exemplare nachvollzogen werden. Darüber hinaus sind auch weiterhin Fahrzeuge aus der frühen Wirkungszeit von Ferdinand Porsche zu besichtigen. Das neue Highlight in dieser Abteilung: der Austro Daimler ADSR `Sascha`.
911-Evolutionen aus drei Jahrzehnten
Ein dem Zeitgeist entsprechender Sportwagen musste her. Moderner in der Form und vor allem leistungsstärker. Der Vierzylinder-Boxermotor des betagt wirkenden `356` war an seiner Entwicklungsgrenze angelangt. Die Vorgaben von Ferry Porsche an Sohn Ferdinand Alexander, genannt Butzi, und an Chef-Designer Erwin Komenda waren klar: ein Radstand von maximal 2,2 Metern, Heckmotor, unverkennbare Verwandtschaft mit dem `356` und, so wird es jedenfalls kolportiert, ein Kofferraum, in dem nun auch ein Set Golfschläger Platz haben sollte.
Ab 1964 ging der Porsche 911 in Produktion: ein 2+2-Sitzer mit Sechszylinder-Boxermotor. Aus zwei Litern Hubraum lieferte er eine Leistung von 130 PS und auch schon den unverwechselbaren Motorenklang des `911`. Entwickelt wurde das Aggregat vom ehemaligen Porsche-Motorenchef Hans Mezger, der später unter anderem den Motor des legendären Porsche 917 konstruierte. Nur drei Jahre nach dem Coupé folgte die 911-Targa-Version, wegen des breiten Überrollbügels eine Art Sicherheits-Cabriolet. Der Targa erhielt seinen Namen von dem berühmten Targa-Florio-Rennen auf Sizilien, das Porsche 1956 erstmals gewonnen hatte. Ein frühes Targa-Exemplar ist in der damals Porsche-typischen Farbe Orange zu sehen. Ebenso ein 912-Coupé von 1968, die preiswertere, mit einem Vierzylinder-Motor ausgestattete Variante. Sie wurde anfangs weit besser verkauft als der mit 24.000 D-Mark recht teure `911`.
Weitere Exponate zeigen die Entwicklung des Targa sowie des Coupés in den 70er, 80er und 90er Jahren. Nach und nach wurde der Hubraum auf weit über drei Liter vergrößert, die Leistung auf über 250 PS gesteigert. Anfang der 80er Jahre kam das Cabrio auf den Markt – hier in der zinnmetallicfarbenen Ausführung des SC 3.0 zu sehen. Zwei Speedster repräsentieren die nur vier Jahre, in denen Porsche die Roadster-ähnlichen Wagen baute: Ein 1989er G-Modell mit den typischen Faltenbalg-Stoßstangen, die für die amerikanischen Crashtest-Bedingungen entwickelt worden waren, sowie ein 964-Modell von 1992. Äußerlich hatten die Konstrukteure an der von 1989 bis 1993 gebauten 964-Serie kaum etwas verändert. Unter dem Blech aber fand eine kleine Revolution statt. 80 Prozent der Technik waren neu. Der `Neunelfer` fuhr jetzt mit Servolenkung, ABS und auf Wunsch mit Airbags, um nur drei Beispiele zu nennen.
Ein 964-Typ ist auch als Turbo vertreten. Erst die verbreiterten Kotflügel, der Heckspoiler und die unter der Motorhaube schlummernden 355 PS lassen das Herz des wahren Porsche-Fans richtig weit werden. Und dennoch toppen wir den sportlichen Sportwagen mit einem wahren Leckerbissen: einem 911 Carrera RS 2.7. Dem Baujahr entsprechend hat er `nur` 2,7 Liter Hubraum und bringt `nur` 210 PS auf die Straße, war aber seinerzeit der schnellste Seriensportwagen. Der ausgestellte `RS` stammt aus der 500 Stück umfassenden Kleinserie, die Porsche 1973 herstellte, um die Homologation, die Zulassung, für den Rennsport zu erlangen. Aufgrund des Verkaufserfolgs wurden später zusätzliche 1090 Stück produziert. Dieses vipergrüne Exemplar ist jedoch eines der seltenen, bei Sammlern sehr begehrten Urmodelle.
Der kleine „Sascha“ auf großer Siegesfahrt

Knallrot und knuffig steht er ab 16. September in der Abteilung `Technik und Historie` der Ausstellung: der `Sascha`-Rennwagen, den Ferdinand Porsche 1922 bei Austro Daimler baute. Benannt wurde er nach dem Mann, der die Initialzündung gegeben hatte. Alexander `Sascha` Graf Kolowrat, ein bedeutender Filmproduzent, Glasfabrikant und Rennfahrer, überredete Porsche, einen auch für das kleine Portemonnaie erschwinglichen viersitzigen `Volkswagen` mit Vier-Zylinder-Motor und maximal 1,1 Liter Hubraum zu produzieren. Vier Prototypen entstanden als zweisitzige Rennwagen, um das Auto auf den Rennstrecken bekannt zu machen.
Am 2. April 1922 starteten der Graf selbst sowie Fritz Kuhn, Lambert Pöcher und Alfred Neubauer bei der schweren Targa Florio auf Sizilien – und erzielten einen Riesen-Erfolg. Fritz Kuhn siegte in der 1,1-Liter-Klasse, Pöcher belegte den 2. Platz. Noch schneller als die beiden war Alfred Neubauer, der in der Klasse der schweren Rennwagen mit großvolumigen Motoren gemeldet war und in der Gesamtwertung schließlich den 19. Platz erreichte. Der `Sascha` siegte bei großen Rennen noch etliche Male. Der tödliche Unfall von Fritz Kuhn beim Training in Monza am 9. September 1922 – der Wagen überschlug sich infolge eines gebrochenen Rades – bedeutete indes eine Zäsur. Auch für Ferdinand Porsche, den man bei Austro Daimler fälschlicherweise eines Konstruktionsfehlers bezichtigte. Am Ende der turbulenten Sitzung nannte Porsche den Aufsichtsrat eine `Saubagasch`, trat als Generaldirektor zurück und wechselte zu Daimler nach Stuttgart.
Der Eintritt ist frei …
... aber die CENTRAL GARAGE bittet wie üblich um Spenden, für die in der Nähe des Eingangs eine Spendenbox bereitsteht. Das Geld kommt der `Fördergemeinschaft der Kinderklinik Frankfurt am Main-Höchst` zu gute, zweckgebunden für die Anschaffung eines speziellen Beatmungsgerätes, mit dem Früh- und Risikogeburten auf risikoärmere, sanfte Art beatmet werden können. Die CENTRAL GARAGE wird die gesammelte Spendensumme aufstocken und auch das Porsche Zentrum Frank-furt wird die Aktion unterstützen.