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Die Ikone, der 356 ...

25.05.2009

... `356`

Ferry Porsche – Vater Ferdinand befand sich noch in französischer Kriegsgefangenschaft –, Cheftechniker Karl Rabe und Designer Erwin Komenda standen nach dem 2. Weltkrieg keineswegs vor dem Nichts.

Jahrzehntelange Erfahrungen im Autobau bildeten den Grundstock für den Aufbruch in eine neue Zeit. Dazu etliche VW-Teile, die noch im österreichischen Gmünd lagerten. Die drei Männer machten sich an die Arbeit und schufen einen Wagen, der zur Ikone wurde. Den `356`. Ein Auto für Enthusiasten, die nicht nur ein Fortbewegungsmittel wünschten, sondern ein schnelles, sportliches Fahrzeug. Am 8. Juni 1948 erhielt die Porsche `Konstruktionen GmbH Gmünd` von der Kärntner Landesregierung die Einzelgenehmigung für ihren `Sport 356/1`, am 4. Juli wurde der `Porsche Nr. 1` beim Grand Prix im schweizerischen Bern der Öffentlichkeit vorgestellt und sieben Tage später errang er beim Innsbrucker Stadtrennen den ersten Klassensieg.

Porsche 356 - Die Ikone

Für die Serienproduktion änderte Porsche das Konzept allerdings: Heckmotor statt Mittelmotor, Blechpressrahmen statt Gitterrohrrahmen. 50 Stück des heute so bezeichneten `Urmodells` wurden in Handarbeit in Gmünd gefertigt, ehe die Produktion nach Stuttgart verlegt wurde. Aus Platzgründen – die Nachfrage war weitaus größer als erwartet. Schnelligkeit und hervorragende Fahreigenschaften lieferten den einen Grund, der andere fand sich in der wunderschönen flachen und aerodynamischen Formgebung mit den betonten vorderen Kotflügeln und dem abfallenden Heck. Sie blieb für Porsche bis heute wegweisend.

Doch schon in den Anfangsjahren des `356` gab es Modifizierungen. Hatten die ersten Wagen eine zweigeteilte Windschutzscheibe mit Mittelsteg, so erhielten sie ab 1952 eine einteilige Scheibe, aber mit einem Knick in der Mitte und ab 1955 wurde sie durch eine gebogene Panoramascheibe ersetzt. 1954 gesellte sich dem Coupé und Cabrio ein Speedster hinzu. Der nur mit einem Notverdeck ausgestattete offene Zweisitzer hatte eine niedrigere Frontscheibe als das Cabriolet und Steckscheiben statt Kurbelfenster. Die Baureihe A (1955-1959) sah außerdem den Convertible D vor. Den Typ B (1959-1963) unterzog man einer umfassenderen `Gesichtspflege`, indem die Stoßstangen und Scheinwerfer höher gesetzt wurden, während die letzten `356 C` (1963-1965) im Wesentlichen nur neue Felgen und Radkappen erhielten. Eine Notwendigkeit, weil Porsche erstmals serienmäßig Scheibenbremsen einbaute.

Porsche 356 - Die Ikone

Die Technik! Selbstverständlich entwickelte Porsche sie beständig weiter. In den 50er Jahren standen bereits mehrere Motorvarianten zur Verfügung, die bis zu einem Hubraum von 1600 Kubikzentimeter reichten. Wenn man indes von der Technik des `356` spricht, darf ein Wort nicht fehlen: Carrera. 1955 eingeführt und nach dem Straßenrennen `Carrera Panamericana` benannt, wurde der Porsche Carrera zum Supersportwagen des `Wirtschaftswunders`. Der `Königswellenmotor` mit vier oben liegenden Nockenwellen leistet bis zu 130 PS und trieb das leichtgewichtige Fahrzeug auf 200 km/h.

Autorin des Artikels: Eva Schweiblmeier


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