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Ein roter Porsche für die Bauern

10.03.2009

120.000 Landwirte fuhren im `Wirtschaftswunder` Porsche. Rot lackiert war er zumeist, verfügte über Ein-, Zwei-, Drei- oder Vier-Zylinder-Motoren und seine je nach Aggregat 12 bis 50 PS ersetzten Pferd und Ochsen.

Porsche-Traktoren galten den Bauern als technisch hochmodern und preisgünstig zugleich. Die ersten Prototypen konstruierte Ferdinand Porsche im Auftrag der Hitler-Regierung, die mit einem `Volksschlepper` die Motorisierung in der Landwirtschaft ankurbeln wollte. Wegen des Krieges konnte das Projekt eines riesigen Volkstraktorenwerks nicht verwirklicht werden.

Porsche baute auf den Typen 111 bis 113 auf, als er 1948/49 den Dieselschlepper Typ 313 entwickelte.

Ein roter Porsche für die Bauern

Er besaß einen luftgekühlten 4-Takt-2-Zylinder-Dieselmotor, leistete 17 PS und war mit Zapfwelle, Riemenscheibe, Mähantrieb, Anhängervorrichtung sowie Hebeeinrichtung ausgestattet. Der `313` ging als erster Porsche-Traktor in die Serienproduktion. Dazu hatte sich Ferdinand Porsche den Familienbetrieb Allgaier im schwäbischen Uhingen als Partner ins Boot geholt. Der AP 17 (Allgaier-Porsche), wie der Schlepper nun hieß, kostete nur 4.500 Mark und verkaufte sich so gut, dass Erwin Allgaier als neue Produktionsstätte das ehemalige Dornier-Werk in Friedrichshafen am Bodensee erwarb. Das Unternehmen fertigte insgesamt rund 30.000 Porsche-Traktoren, darunter auch die Reihe A 111, A 122, A 133 und A 144, deren wesentliche Bauteile wie Kolben, Zylinder, Zylinderkopf und Lager untereinander austauschbar waren.

1956 übernahm Mannesmann die Firma, gründete die Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH Friedrichshafen und errichtete neue Werkshallen sowie eine neue Produktionsstraße für die Großserienfertigung.

Jetzt war die Zeit des `Junior` (1 Zyl.), `Standard` (2 Zyl.), `Super` (3 Zyl.) und etwas später des `Master` (4 Zyl.) mit ihren verschiedenen Untertypen gekommen (Junior, Super u. Master werden in der CENTRAL GARAGE gezeigt). Die Porsche-Schlepper stiegen in der Zulassungsstatistik von Platz 6 auf Platz 2 auf.

Dennoch kam schon Ende 1962 das Aus – trotz umfassender Modifizierungen der Modelle und trotz erheblicher Rationalisierungsbemühungen. Ausländische Anbieter drängten auf den Schlepper-Markt, bei gleichzeitigem Rückgang des Absatzes. 1963 lief der letzte Porsche-Traktor vom Band. Renault übernahm das Ersatzteillager, Daimler-Benz kaufte die Werksanlagen in Friedrichshafen.

Autorin des Artikels: Eva Schweiblmeier


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Diesen Artikel finden Sie neben vielen weiteren Themen im CENTRAL COURIER, erhältlich im Museum der CENTRAL GARAGE.

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