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Frühe Reise im Laufwagen

20.01.2008

Frühe Reise im `Laufwagen`: Otto Julius Bierbaum und Gattin fuhren 1902 im ADLER-Doppelphaeton nach Italien.

Zur damaligen Zeit ein Abenteuer, das der Schriftsteller vergnüglich in seinem Buch
`Eine empfindsame Reise im Automobil` beschrieb. Das Werksfahrzeug wurde von einem 1-Zylinder-Motor angetrieben, der 8 PS leistete, und von Louis Riegel, Techniker bei ADLER, gesteuert. Es hatte `ein braves, ungeniertes, ein ordentliches Rot`.

Bierbaum nannte das Automobil `Laufwagen` – im Gegensatz zum `Ziehwagen`, der Pferdekutsche. Dem Unerfahrenen lagen die Bremseinrichtungen besonders am Herzen, aber die beiden Rücklaufstreber, die bei Bergauffahrten heruntergelassen wurden und das Zurückrollen verhinderten, beruhigten ihn. Der ADLER hatte ein mehrfach verstellbares Lederdach, dennoch tat Schutz gegen Regen, Wind und Staub not. Die Bierbaums trugen wasserdichte, lange Mäntel, hohe Stiefel, braunlederne Mützen und große Schutzbrillen. Gegen Kälte dienten Reisedecken.

Das Gepäck! Für drei Monate! Zwei große Koffer mit Wäsche, Straßen- und Gesellschaftskleidung, ein großer Handkoffer für die `Effekten` bei kurzem Aufenthalt, ein Toilettenkoffer, eine Schirm- und Stocktasche, ein Speisekorb mit Geschirr (unterwegs wurde noch ein Meißner Teeservice gekauft)
und eine Gummibadewanne, zählte Bierbaum auf.

Kaum zu glauben, dass all dies in einem Auto untergebracht werden konnte, das noch keinen Kofferraum hatte. Ein Teil wurde neben dem Fahrer verstaut, der andere am Heck mit Riemen festgezurrt. Das Ehepaar genoss die Fahrt mit dem ADLER. Reisen, nicht rasen, lautete die Devise. Es sei, schrieb Otto Julius Bierbaum, ein Vergnügen, in frischer Luft in Bewegung zu sein und neue Eindrücke mit Genuss aufzunehmen.

Autorin des Artikels: Eva Schweiblmeier


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